Was macht den Container zum ISO-Container

Was macht den Container zum ISO-Container – Die Anforderungen der Standardcontainer

 

Container wurden in den letzten Jahren immer mehr zum Trendobjekt. Ob für ausgefallene Architektur im Häuserbau, kurzweilige Büros, Snackstände auf Festivals oder aber einfach nur für die Logistik. Entsprechend ist es für alle Interessierten wichtig, zumindest die Grundbegriffe zu kennen. Besonders häufig ist hier die Rede vom sogenannten ISO-Container.

Wir klären hier, was genau der Begriff ISO-Container bedeutet, warum er in der Logistik von so entscheidender Bedeutung ist und welche Größen in diese Kategorie fallen.

Eine Norm macht alles leichter

Hinter der Abkürzung ISO verbirgt sich nichts Anderes als die Internationale Organisation für Normung, die ihren Namen vom griechischen Begriff für gleich (isos) ableiten. ISO ist also im Prinzip eine internationale Variante des Deutschen Institutes für Normung, dessen DIN-Normen aus dem täglichen Gebrauch kaum mehr wegzudenken sind.

Auch die ISO arbeitet mit Normen in unterschiedlichen Bereichen wie Elektrik, Telekommunikation oder eben Transportlogistik.

Aus der Logistik kommt auch der ISO-Container, welcher genormt ist für den Einsatz auf Frachtschiffen und für die Anhänger vom Lkw. Die ISO-Norm ist in der Logistik von entscheidender Bedeutung, da alle Elemente der Transportkette auf just diese Norm ausgelegt sind. Die Container müssen sich einfach stapeln und aufreihen lassen, um den Platz des Frachtschiffes und den eingesetzten Schiffsdiesel mit größtmöglicher Effizienz zu verarbeiten.

Ursprung für den ISO-Container ist die ISO-Norm R-668, welche bereits 1968 von der ISO verabschiedet wurde und Größe und Typbezeichnungen für Seecontainer festlegte. Über die vergangenen nunmehr beinahe 50 Jahre wurde die Norm immer wieder ergänzt und erweitert und die neueste Version R-688 (aus dem Jahre 2013) legt auch andere Werte fest, die moderne ISO-Container erfüllen müssen. Hierzu zählen neben der Größe auch das Leergewicht, die internen und externen Maße, die Türengröße, das maximal zugelassene Gesamtgewicht bei voller Beladung und Querträger, Ladeschienen und -taschen.

Auch ergänzende Normen zur Identifizierung von Seecontainern und dem Eigner (R-790) oder die Kodierung und Kennzeichnung im Handelsverkehr (ISO 6346) sind inzwischen im Einsatz, um alles rund um den ISO-Container genau zu regeln. Natürlich gelten auch andere Industrienormen, die nicht speziell für die Seecontainer gemacht wurden wie etwa der Korrosionsschutz durch Feuerverzinkung (ISO 1461). Von der Länge über das Gewicht bis hin zur sechsstelligen Kennziffer für die Identifizierung sind Seecontainer also vollständig durchgenormt.

Die Folge der genormten Container ist ein weltweit einheitlicher Standard. Die Container werden zumeist aufgrund der günstigeren Herstellung in Asien gebaut, doch für das Frachtschiff spielt es keine Rolle, ob es einen Container neu ab Werk aufnimmt. Container, die seit Jahrzehnten im Hamburger Hafen liegen, passen auch auf den Container in Hong Kong, auf dem der Lack kaum getrocknet ist. Auf Frachtschiffen können die Container so aneinander gereiht oder bis zu 13 Container hoch gestapelt werden, Güterzüge und Lkw transportieren die Container dann durchs Inland und jeder einzelne Container passt, trotzt den Witterungen und ist genau so belastbar wie alle Container neben ihm. In der Einheitlichkeit liegt die Stärke.

Auf die Größe kommt es an – Standardcontainer in all ihren Abmessungen

Für die unterschiedlichen Transportzwecke gibt es dennoch unterschiedliche Containergrößen, welche teils auch für unterschiedliche Binnenmärkte gedacht sind oder unterschiedlichen Aufgaben zukommen.

Der ISO-Container kann also Container verschiedener Maße bezeichnen, beim Standardcontainer ist in der Regel vom 20′-Modell die Rede. Die Höhe beläuft sich hierbei auf 2,438m bei einer Breite von 2,591m. Die 20 Fuß in der Länge entsprechen dabei umgerechnet 6,058m – diese Container werden überall in der Logistik eingesetzt oder aber werden zu Start Up-Büros umgebaut, kommen im Häuserbau zum Einsatz oder sind als externe Lagerstätten für Büros aufgebaut. Der Innenraum beläuft sich hierbei auf knapp 15 Quadratmeter.

Mit 29,7 Quadratmetern doppelt so groß sind die längeren 40′-Container, welche eine Länge von 12,192m aufweisen, ansonsten aber in den Maßen mit den kleineren Containern identisch sind.

Eine Sonderkategorie der 20′-Container findet sich in der Zusatzbezeichnung HT (Heavy Tested), diese Container kommen beim Transport von Schwergütern zum Einsatz. Der Anhang PW (Pallet Wide) bezeichnet eine weitere Unterkategorie von Containern mit verbreitertem Innenraum, diese erlauben den Transport von zwei Reihen Europaletten.

Seit ihres weiteren Vordringens in der Logistik in Nordamerika finden auch HC-Container häufiger Einsatzzwecke in Europa. Vor allem beim Ausbau zum Haus oder Büro, denn die High Cube-Container sind mit 45′ Länge (13,716m) nicht nur besonders lang, sondern erhöhen den Innenraum auch auf 2,896m. Damit entfällt eine gewisse Klaustrophobie und natürlich ist auch das Platzangebot größer. 45′-Container in PW-Fertigung sind erweitern sogar noch die Breite auf 2,49m und die größten Standardcontainer sind sogar 53 Fuß lang und weisen ebenfalls die erweiterte High Cube-Höhe von 2,896m auf.

Die Maße sind jeweils so ausgemessen, dass sich alle Container sowohl für die Frachtschifffahrt, aber auch für den Binnenverkehr, Transportzüge und den Straßenverkehr eignen.

Aufgrund der unterschiedlichen Größen gibt es dennoch unterschiedliche Abmessungen, welche zusätzliche Flexibilität erlauben. ISO-Container ist also nicht gleich ISO-Container.

Sonderarten von Containern – wenn es einmal etwas ganz Besonderes sein muss

Für ganz besondere Wünsche in der Logistik werden auch ganz besondere Container bereitgestellt, welche immer noch den ISO-Normungen entsprechen, aber eben mehr können als der 20′-Container.

Zu diesen Sonderanfertigungen in der Logistik zählen beispielsweise:

  • Dry Bulk Container: Container für Schüttgut, die über eine obere Luke befüllt werden können
  • Collapsible ISO-Container: Standardcontainer, die zerlegt und wieder zusammengesetzt werden können
  • Double Doors: Container, welche an beiden Seiten Türen aufweisen
  • Office Container: Bereits ausgebaute Bürocontainer für flexible, mobile Einsätze auf Baustellen oder im Katastropheneinsatz
  • Conair Container: Container für Kühlware, die ihre Ware über ein eigenes Kühlaggregat während der Lieferung selbstständig kühlen können
  • Openside Container: Container, bei denen sich eine Seite vollständig öffnen lässt
  • Natürlich gibt es noch viele weitere Containerarten, die speziell auf unterschiedliche Waren zugeschnitten sind. Von Gefahrengut über beheizte Container bis hin zum Viehtransport sind ISO-Container die „Allzweckwaffe“ in der Transportlogistik.

All diese Containerarten zeigen, dass die genormten ISO-Container lange noch nicht bedeuten, dass die Transportmöglichkeiten durch die Standardisierung eingeschränkt wären. Im Gegenteil: Erst die Standardisierung durch das ISO hat es möglich gemacht, dass Waren rund um den Globus zu kosteneffizienten Preisen und in genormten Behältnissen von der Produktionsstätte bis hin zum Bestimmungsort geliefert werden können.

So sind ISO-Container nicht nur robust, widerstandsfähig und bieten reichlich Platz für Waren oder Ideen – durch ihre Standardabmessungen sind sie auch wahre Wunder der Modularität.

 

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